Regenbogen einer Vierjährigen empört Elternschaft

- Der Artikel zum Vorfall!
Manche Dinge kann man einfach nicht mehr kommentieren…
Obwohl…
Wer weiß…
Geschrieben von Gerit am Montag 8. März 2010
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Manche Dinge kann man einfach nicht mehr kommentieren…
Obwohl…
Wer weiß…
Geschrieben von Gerit am Montag 8. März 2010
Da komme ich unbedarft an einem Donnerstag ins Büro und werde nur darauf hingewiesen, dass auf dem Blog etwas über das Gutachten zu den Adoptionsrechten von Lesben und Schwulen stehen sollte. Das mache ich auch!

Nach einem von den Grünen initiierten Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages ist es als verfassungswidrig anzusehen, wenn homosexuelle Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, nicht das volle Adoptionsrecht erhalten. Dies richtet sich nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Juli vergangenen Jahres zur Hinterbliebenenrente. Die Richterinnen und Richter stellten fest, dass sich eingetragene Lebenspartnerschaften und Ehen in der „auf Dauer übernommenen, auch rechtlich verbindlichen Verantwortung für den Partner“ nicht unterscheiden. Beim Adoptionsrecht sei ein „sachlicher Rechtfertigungsgrund“ erforderlich, um die eingetragene Partnerschaft nicht mit der Ehe gleichzusetzen. Bisher steht Lesben und Schwulen nur das so genannte kleine Adoptionsrecht zu, d.h., dass die Kinder aus einer vergangenen heterosexuellen Beziehung von der neuen Partnerin bzw. vom neuen Partner adoptiert werden dürfen.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, forderte daher ein Ende der „verfassungswidrigen Diskriminierung von Schwulen und Lesben“. Bei Adoptionen müsse das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen, „nicht eine vorurteilsbelastete Ideologie“. Der besondere Schutz der Ehe durch das Grundgesetz kann ebenso wenig als Grund gegen die gemeinsame Adoption in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften dienen wie die angebliche Gefährdung des Kindeswohls, da die kleine Adoption zulässig ist. Ganz abgesehen davon wurde in anderen wissenschaftlichen Gutachten festgestellt, dass Kinder aus homosexuellen Partnerschaften sich ebenso entwickeln wie ihre Altersgenossen mit heterosexuellen Eltern.
Soviel zu der Sachlage. Den Artikel zum Thema fand ich auf www.welt.de. Was mich dann aber wirklich mitgenommen hat, waren die Kommentare, die darunter zu lesen sind und welche man auch bewerten kann. Unter den bestbewerteten Antworten zum Thema standen zum Beispiel: „Kinder sind kein Spielzeug, damit Schwule ihren Füttertrieb ausleben können, zur Normalität einer Schwulenbeziehung gehört Kinderlosigkeit, also auch keine Adoption.“ & „Liebe Homos und LesbInnen, meine Toleranzgrenze ist damit erreicht! Bleibt im Privaten und unauffällig, dann bin ich weiter zur Toleranz bereit….“ & „Toleranz, Toleranz, Toleranz… […] Toleranz für jugendliche Intensivtäter, […] Toleranz für kriminelle Banker, Toleranz für BMW und Mercedes fahrende Hartz IV Migaranten, […] Toleranz für osteuropäische Einbrecher- und Autoschieberbanden, […] Toleranz für Straftäter, die Rentner tottreten, Toleranz für abzockende Energieunternehmen, Toleranz für die Atomlobby, Toleranz für Schwule und Lesben und ihre Adoptionswünsche… Wer toleriert eigentlich noch die ganz normalen Bürger?“
Absolut erschreckend! Alle Leute, die sich positiv äußerten oder die oben genannten Kommentare ebenfalls als spuckeraubend empfanden, wurden bis in den tief roten Bereich abgewertet. Viele Kommentare mussten gelöscht werden, auf beiden Seiten.
Es ist immer wieder ein Schock wie viel Intoleranz in welch geballten Formen auf einen treffen kann. Wer sich das gesamte Spektakel ansehen will, der suche unter: http://www.welt.de/politik/deutschland/article6423629/Auch-homosexuelle-Paare-sollen-adoptieren-duerfen.html?page=0#article_readcomments
Fotos gefunden auf flickr.com von Wolfgang Standt; Grüne Bundestagsfraktion; zizzybaloobah und Seena KK
Geschrieben von Gerit am Donnerstag 4. März 2010
In Kenia hätte es sie geben können: die erste, wenn auch inoffizielle, Schwulen- Hochzeit des Landes. Für einen Freitag wurde in dem Küstenstädtchen Mtwapa eine Villa angemietet und auch homosexuelle Männer aus dem Ausland waren herzlich eingeladen. Doch die Planung war öffentlich geworden und erfuhr sofort in den Medien durch den örtlichen Imam und den Bischof der Apostolischen Gemeinde Verdammung.

Eine aufgebrachte Menschenmenge, die vor allen aus christlichen und muslimischen Jugendlichen bestanden haben soll, stürmte das Anwesen und zerrte das Paar, welches man mit Ringen „erwischt“ hatte und einige Gäste aus der privaten Zeremonie heraus. Mindestens zwei der Schwulen wurden verprügelt. Die Polizei wurde nach Angaben der Behörden geschickt, um die Feiernden “vor den Jugendlichen, die nach ihrem Blut schrieen, zu schützen” und verhinderte auch schlimmeres. Aber im gleichen Zug nahmen die Beamten sowohl das Bräutigamspaar, sowie drei weitere Schwule fest. In der aufgebrachten Menschenmenge, welche die Feier überfallen hatte, gab es keine Verhaftungen. Auf jene wurde nur beruhigend eingeredet. Vor der Polizeibehörde, sowie auch vor der Klinik, in denen einige Anwesende von dem aufgelösten Fest vermutet wurden, kam es zu weiteren Protesten.
Die meisten Medien in Kenia schwiegen, nur eine größere Zeitung berichtete ausfürlich. Die BBC gab an, dass den Männern nun lange Haftstrafen drohten, doch vor Ort wurde Entwarnung gegeben. Die zuständige Polizeichefin Grace Kakai soll versprochen haben, die Männer freizulassen und keine Anklage zu erheben. Doch die inoffizielle Heirat am Freitag wäre nicht die erste Heirat zweier Kenianer gewesen: 2005 gaben sich zwei männliche Staatsangehörige in Großbritannien das Jawort.

Wer „World Wide… What?“ gelesen hat, der weiß, dass Homosexualität in Kenia noch immer verboten ist und homosexuelle Handlungen mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet werden können. Dieses Gesetz stammt noch aus der britischen Kolonialzeit, soll aber kaum noch zur Anwendung kommen. In vielen Städten, darunter besagte: Mtwapa, soll gar ein lebendiges schwules Nachtleben aufgeblüht sein. Die HIV-Prävention hat die Regierung kürzlich dazu veranlasst, auf die Szene zuzugehen – und eine geplante Verfassungsänderung könnte demnächst sogar eine Homo-Ehe bringen, doch noch ist das recht leise Zukunftsmusik, auch angesichts der jüngsten Vorfälle.
Fotos von queer.de und flickr.com von PercyGermany™
Geschrieben von Gerit am Mittwoch 17. Februar 2010
Da haben wir es wieder. Wieder die katholische Kirche und wieder Italien. Der italienische Bischof Simone Statizzi hat jetzt die Priester dazu angehalten, schwulen und lesbischen Gläubigen die Kommunion zu verweigern.
“Offen bekundete Homosexualität ist eine Sünde, die die Kommunion unmöglich macht”, sagte der emeritierte 79-jährige Bischof der toskanischen Stadt Pistoia in einem Interview mit der katholischen Webseite ‘Pontifex’. “Homosexualität ist eine Störung, das ist unbestreitbar” Er fügte jedoch noch bei, dass man Schwule und Lesben mit Barmherzigkeit behandeln solle, da der einzige wahre Richter Gott sei. Niemand dürfe auf dieser Welt Urteile fällen.

Da tuen sich bei mir gleich einige Fragezeichen auf oder erklärt mir jemand die offensichtliche Kontroverse in diesen beiden Aussagen?! Zum anderen, wenn “offen bekundete Homosexualität” sündhaft ist, geht es dann mit mir und meiner katholischen Gläubigkeit frommer zu, wenn ich meine Sexualität verheimliche? Und kriege ich für meine Verschwiegenheit dann die Kommunion? Ich weiß es nicht…
Statizzis Appell hat in Italien schon reichlich Kritik geerntet. Auch der Homosexuellenverband ‘Arcigay’ kritisierte den Bischof scharf und warf ihm vor, Homophobie in Italien zu fördern. “Eine Person sollte sich nie schämen müssen für das, was er ist.” (meine Weiterführung) … ob nun katholisch, homosexuell oder doch bitte auch beides.
Foto von flickr.com: JeaMY_Lee
Geschrieben von Gerit am Montag 8. Februar 2010
Diese Erklärung vom 13.1. von Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher, kann ich euch nicht vorenthalten:

“Die Papstäußerung vor dem diplomatischen Corps ist ein ideologischer Angriff auf die Freiheit und die Menchenrechte. Die Menschenrechte sind universell. Sie dürfen nicht im Namen der Religion eingeschränkt werden, weder im Namen des Islam noch im Namen des Christentums. Seine Äußerung, die Ehe für Homosexuelle gefährde das Überleben der Menschheit, ist absurd: Genauso gut könnte man argumentieren, das Zölibat und die katholische Kirche gefährdeten das Überleben der Menschheit. Richtig ist: Schwule und Lesben haben das Recht ihre Partnerschaft und Liebe auch öffentlich mit dem Segen des Staates zu leben.
Der Papst verlässt mit seiner Entgleisung erneut die Grundlagen der Beschlüsse des 2. Vatikans zur Glaubensfreiheit Dignitatis humanae, die den Respekt vor unterschiedlichen Ethischen und religiösen Haltungen dokumentiert.
Der Papst schickt sich an, die römisch-katholische Sexualmoral zur Grundlage der allgemeinen Gesetzgebung zu machen und verletzt damit die religiösen und persönlichen Freiheitsrechte derjenigen, die ihrer Lehre nicht folgen wollen.”

Die von mir fett hervorgehobene Stelle finde ich besonders schön. Dabei muss ich anmerken, dass es interessant ist, wie man zum einen ständig vergessen kann, dass es immer noch genug nicht heterosexuelle Partnerschaften gibt, die Kinder groß ziehen und sich damit (um es mal in dieser eingeschränkten Sichtweise zu betrachten) allgemein am Erhalt der Menschheit beteiligen. Zum anderen kommt noch die folgende bekannte Tatsache der heimlichen Kinder Gottes dazu, deren Verschriftlichung ich aus dem Hamburger Abendblatt von 2004 habe: „Die Zahl der Sprösslinge von katholischen Geistlichen, so schätzen Betroffeneninitiativen, geht in die Tausende. Und rund die Hälfte der fast 17 000 deutschen Gottesmänner soll sexuelle Beziehungen haben. Die Kirche zieht diese Zahlen – nicht verwunderlich – in Zweifel.“
Also diese Zusammenstellung finde ich wirklich zu ulkig… Die einen können es angeblich nicht und machen es, die anderen dürfen es nicht und machen es auch.
Die Menschheit wird doch nicht etwa überleben?
Fotos: flickr.com: mimax und meironke
Geschrieben von Gerit am Mittwoch 20. Januar 2010
Über die Zustände in Uganda habe ich schon berichtet (siehe Artikel: „Verschärfung der antihomosexuellen Gesetzgebung in Uganda“), doch natürlich wird die Debatte weiter geführt.
Nun hat Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) dem ostafrikanischen Uganda damit gedroht, die Entwicklungshilfe zu kürzen, wenn das Land den Verfolgungsdruck auf Homosexuelle weiter erhöht. In einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur betonte er, dass ärmere Länder die Menschenrechte achten und “gutes Regierungshandeln” beweisen müssten. “Wenn jetzt ein Land wie Uganda eine ohnehin schon bestehende schlechte Vorschrift nochmals verschärft, können wir nicht tatenlos zusehen”, sagte Niebel. Deswegen soll der ugandischen Botschafter im Januar einbestellt werden, so die Ankündung.

Das ugandische Parlament wollte ursprünglich die Todesstrafe für “schwere Homosexualität” einführen, ist jetzt aber offenbar von diesem Vorhaben abgerückt. Doch Schwule müssen künftig mit lebenslanger Haft rechnen; bislang betrug die Maximalstrafe 14 Jahre. Auch die “Propagierung von Homosexualität” soll weiterhin mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden. Aids- Aktivisten fürchten nach der Verabschiedung des Gesetztes Verfolgung. Solche Schilder wie hier an einer Schule in Uganda sollen zum Handeln ermutigen, doch sie könnten sich rahr machen.
“Wir gehen davon aus, dass sich die ugandische Regierung von dieser Regelung distanziert”, erklärte Niebel. Sonst müsse über Kürzungen nachgedacht werden. Seit 2007 hat Uganda von Deutschland Zusagen für mehr als 75 Millionen Euro erhalten. Im Dezember hatte das Europaparlament gefordert, dass die Entwicklungshilfe für Uganda eingeschränkt werden solle, falls das verschärfte Homo-Verbot Gesetzeskraft erlangt.
Bereits im Wahlkampf im vergangenen Jahr hatte Niebels Parteichef Guido Westerwelle gefordert, homophoben Staaten die Entwicklungshilfe zu streichen. Das wurde von der damaligen Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) abgelehnt. Sie argumentierte, dass reiche Staaten Menschen in diesen Ländern nur helfen könne, wenn sie in diesem Land entwicklungspolitisch aktiv seien. Doch sollte man nicht entscheiden können, was man fördern möchte? Das Geld sollte nicht in solche Gesetzesentwürfe einfließen können!

Wir werden die Lage weiter beobachten.
Fotos: flickr.com von Lieberale, ComSec und tep- timproctor.org
Geschrieben von Gerit am Freitag 8. Januar 2010
Für alle Blog-Leserinnen und Leser ein frohes Weihnachtsfest

Foto: flickr.com: Tim Photo Experience
Geschrieben von Gerit am Freitag 25. Dezember 2009
Man hat langsam das Gefühl, jeder der in der jetzigen Zeit ein Interview geben darf und dabei auf das Thema Homosexualität kommt, ist zuweilen unfähig mal wieder etwas vernünftiges zu formulieren.
Gestern habe ich dafür ein übles Beispiel im World Wilde Web gefunden, diesmal aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

Der amerikanische Senator Jim DeMint hatte was zu sagen und weil er nun mal ein VIP ist und das weiß, macht er das natürlich im Fernsehen. Ein Reporter von “Bloomberg” fragte den republikanischen Politiker aus South Carolina, ob auch ein Homosexueller der “Anführer der freien Welt” sein könne, also Präsident der USA (Übersetzung für diese vom amerikanischen Selbstempfinden beeinflussten Formulierung). Der Senator zuckte zusammen und erklärte: “Mich würde das stören, weil so etwas unmoralisch wäre”. Im selben Interview verteidigte der 58-Jährige auch das Eheverbot für Schwule und Lesben: “Die Ehe ist eine religiöse Institution. Die Regierung in Washington sollte daher nicht die Definition ändern.” Ferner dürfe die Regierung nicht “Verhalten fördern, das für unsere Gesellschaft zerstörerisch ist” – wie die Homo-Ehe.

Da hat aber wieder jemand gebündelte Intoleranz zur Schau gestellt. Herzlichen Glückwunsch. So viel Mist in so kurzer Zeit, das ist wahrlich beachtlich, aber nicht neu. Schon vorher hatte DeMint immer wieder gegen Homo-Rechte polemisiert. So erklärte er 2004, dass er offen schwule oder lesbische Lehrer_innen am liebsten aus staatlichen Schulen entfernen würde – ebenso wie Mütter von unehelichen Kindern. Nach Kritik sogar aus den eigenen Reihen entschuldigte er sich für diese Aussagen, aber der Lernprozess kam wohl nicht zu seinem Einsatz. DeMint gehört zum konservativen Block innerhalb der republikanischen Partei, das überrascht ja keinen, aber was anderes hat mich bei meinen Recherchen dann doch erfreut:
James Buchanan (1791- 1968) war der 15. Präsident der Vereinigten Staaten von 1857 bis 1861.

Buchanan war bisher der einzige unverheiratete Amtsinhaber. Seine Nichte Harriet Lane fungierte in seiner Amtszeit als “First Lady”. Historiker sind der Auffassung, dass Buchanan mit William R. King in einer homosexuellen Dauerbeziehung lebte. Beide waren ledig und lebten 16 Jahre lang in einer Wohnung in Washington zusammen. King wurde von Präsident Jackson als “Miss Nancy” betitelt, einer damaligen Bezeichnung für Homosexuelle.

Ich hoffe inständig, dass diese Historiker Recht haben, denn es würde mich für Jim DeMint einfach höllisch freuen. Die letzten Worte des Artikels schenke ich James Buchanan mit seinen eigenen letzten Worten: “Was immer das Ergebnis sei, ich nehme die Gewissheit mit ins Grab, dass ich es zumindest gut für mein Land gemeint habe.”
Bilder von flickr.com von Loving Earth; Spone; cliff1066™ und Tony the Misfit
Geschrieben von Gerit am Mittwoch 16. Dezember 2009
Bundesfamilienministerin Köhler hat in der Welt am Sonntag ein äußerst interessantes Interview gegeben und dort auch ihre ablehnenden Haltung zur Gleichstellung von Lebenspartnerschaften dargebracht.

In ihrer Meinung scheint es jedoch immer deutlicher zu werden, dass es ihr an einem vorauszusetzenden Grundverständnis zu fehlen scheint. Mit ihrer angegebenen Begründung- dass aus einer Ehe Kinder hervorgehen können, aus Lebenspartnerschaften nicht- scheint sie all die Regenbogenfamilien wohl verhöhnen zu wollen.
Ist es nicht all zu konservativ, eine Familie nur dort sehen zu können, wo eine Ehe ist? Das ist nicht nur konservativ, das ist ein prächtiges Beispiel für einen falschen Fehler. Wo Kinder sind, da ist Familie- egal in welcher Lebensform die Eltern zusammen leben. Wenn es hier wirklich um Familien und um Kinder geht und nicht um alteingesessene Vorstellung wie so etwas auszusehen hat, dann müssen auch diese FAMILIEN Förderung erhalten und das ohne Diskussion.

Zudem scheint Frau Köhler auch verpasst zu haben, sich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Ungleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft im Bereich der betrieblichen Hinterbliebenenrente (VBL) zu Gemüte zu führen. Dort ist wörtlich zu lesen (ja, man müsste es können bzw. wollen): Der Kinderanteil liegt bei eingetragenen Lebenspartnerschaften zwar weit unter dem von Ehepaaren, ist jedoch keineswegs vernachlässigbar. Darüber hinaus sieht das Bundesverfassungsgericht keine zwangsläufige begründbare Unterscheidung zwischen Ehe und Lebenspartnerschaften hinsichtlich der Erwerbsbiografie – gleiches ist beim Steuerrecht anzuwenden.
Frau Köhler ist offensichtlich nicht gewillt, die reale Situation für die Verfassung zu erkennen.
Wir wünschen baldige Genesung!
Bilder: flickr.com von leralle und Colorinche
Geschrieben von Gerit am Dienstag 8. Dezember 2009
Verdammt, bald ist 1. Advent!

Das Thermometer zeigt angenhme +10 draußen und die Weihnachtsmärkte eröffnen mehr oder minder frisch, aber auf jeden Fall fröhlich ihre Pforten. Na gut, Eisskulpturen sind grad suboptimal, aber sonst sind wir gewillt im November schon mal an Weihnachten zu denken. Bald ist es wieder soweit, dass im Radio „Last Christmas“ öfter zu hören ist als Wetter und Verkehr; dass sich Kinder in Rage und Gebrüll auf Spielzeuggeschäftsflure werfen (dafür gibt es eine bestimmte Zeit?); dass die Routine von morgendlichen Ritualen durch dass Öffnen eines Kästchens erweitert wird und dass es im Supermarkt alles in Festtagsverpackung zu erstehen gibt, 7, 95€ teurer, aber einfach schön!
„Weihnachten ist der Orgasmus des Kapitalismus“ – Welcher schlaue Mensch das auch immer von sich gab, wir behalten es im Ohr auf der Suche nach überraschenden, kreativen, in möglicht geringen Raten abzubezahlenden Gaben für die Liebsten!

Auf meiner jetzt schon verzweifelten Suche (ich muss ständig die Kreativität der letzten Jahre übertrumpfen) bin ich ja auf die schönsten Ideen gestoßen. Man kann sich 60 rote Rosenblätter aus Textilstoff bestellen! Der Wahnsinn! Leider sind sie mit ihren goldenen Lettern bereits beschriftet („Ich liebe dich“, versteht sich). Was für eine Spaß muss es geben, sich den Text selbst auszusuchen. Mir fiele so etwas ein wie „Bitte staubsaugen“, „Nicht in die Nähe der 60 Kerzen bringen“ oder „Made in China“. Im übrigen kann man solche Nachrichten jetzt schon auf individuellen M&Ms verewigen, na ja, wobei man mit dem Verewigen beim gemütlichen Fernsehabend mit Süßigkeiten knabbern vorsichtig sein muss: „Schatz du hast den Heiratsantrag aufgegessen!“
Sehr schön finde ich auch die individuellen Ideen für Weiblein und Männlein: Während Frau verschiedenste Massagen (von Schokolade über Hot Stone bis zu Aromaöl), sowie Schmuck, Parfüm und Unterwäsche empfohlen werden, gibt es für Mann Panzer- und Baggerfahren, Paintball, Pokerkurs, Bierverkostung oder (ultimativ) sich gut 100 Meter aus einem Hochhaus stürzen. (Hierbei sollte der Beschenkte wohl den Blick der Schenkenden beachten).
Weihnachten, Höhepunkt der Stereotypen.

Wer in Dresden unterwegs ist und sich von Weihnachtsbeleuchtung geblendet, Zimtgeruch berauscht und Jingle Bells betört fühlt, den empfehlen wir zur optimalen Orientierung und natürlich zur ultimativen Geschenksuche: www.weihnachten-dresden.com
Ich hatte schon eine Menge Spaß!
Gerede e.V. wünscht eine sichere und besinnliche (Vor welchen Schaufenstern ist sie/er in den letzten Monaten stehen geblieben und hat irgendwas mit „Genau das!“ gesagt?!?!“) Vorweihnachtszeit!
Bilder von flickr.com; Fotografen:Per Ola Wiberg (Powi); loupiote (Old Skool); Veit Schagow
Geschrieben von Gerit am Donnerstag 26. November 2009