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“Ich kann kein Mitglied einer Partei sein, die Probleme mit Schwulen und Lesben hat”

Die Homosexuellenfeindlichkeit der CDU ist kein Geheimnis, schon weil diese Partei es immer wieder gerne in die Öffentlichkeit trägt. Negativschlagzeilen im Sinne der Homophobie sind immer wieder an der Tagesordnung. Jetzt gibt es ein Zeichen dagegen!

Ralf Berti, Lokalpolitiker im Mittleren Neckarraum und Stadtrat von Filderstadt, konnte es einfach nicht mehr ertragen! Er gab sein CDU-Parteibuch zurück. Ursache dafür war die so genannte „Eislinger Erklärung“, in welcher die Junge Union Göppingen eine konservative CDU forderte, die klare Position gegen Lesben und Schwule bezieht. Die politische Welt der CDU wurde in Gut und Böse aufteilt. Auf der einen Seite christliche Werte und Grundsätze, auf der anderen die kulturrevolutionären Gedanken der 68er und „falsch[e] und unsinnige[e]“ Themen wie die Homo-Ehe. Dieses 34-seitige Machwerk sorgte für ordentlich Wirbel in der CDU Baden-Württemberg. Zwar wurde das Papier zurückgezogen, doch der Aufforderung Bertis an die CDU-Spitze, sich klar von homophoben Gedankengut zu distanzieren, wurde vor allem im Bezug auf die Homo-Ehe „nicht ausreichend“ nachgekommen.    

 Sein Mandat in der Großen Kreisstadt (44.000 Einwohner ) wird der Politiker behalten und gehört so formell noch immer der CDU-Fraktion an. “Ich bin als Stadtrat für alle Bürger da. Dazu benötige ich kein Parteibuch”, sagte er. Ob er auch in der nächsten Kommunalwahl einen Listenplatz innehält ist derzeit fraglich.

Mich erfreut die Erkenntnis, dass es immer noch Mensche in der CDU zu geben scheint, die sich nicht völlig dem neuen christlichen Kreuzzug gegen Homosexualität hingegeben haben, sondern dieser offen gegenüber stehen. Nebenprodukt dieser Erkenntnis: Wer ein solcher Mensch ist, wird mit reinem Gewissen in der CDU nicht existieren können.

Fotos flickr.com:  mimax

Geschrieben von Gerit am Freitag 30. Juli 2010

Nachtrag zum 23.7. – CSD in Leipzig unter Beschuss! CDU-Politker fordert: „[...] lassen sie andere mit ihrer Abnormalität in Ruhe“

Die Mail von Hähner im Original vom 21.7. :

Sehr geehrte Damen und Herren, eines vorweg. Ich leide nicht an Homophobie. Allerdings finde ich es unerträglich, wie Sie Ihre Lebensweise in die Öffentlichkeit tragen und somit einer Vielzahl von Menschen regelrecht aufdrängen. Lebens Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe. Und nun noch ein paar Worte zu dem Interview bei MDR Info am vergangenen Wochenende. Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zurschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität in einer immer liberalen werdenden Gesellschaft inzwischen als „Trendy“. Und somit
verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase sind. Jedoch war die Äußerung einer Konfrontation mit Homosexualität gegenüber Kindergartenkindern eine unerträgliche Unverschämtheit. Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die
Verantwortlichen dafür vor Gericht bringt.

Mit freundlichen Grüßen Kai Hähner

Geschrieben von Gerit am Donnerstag 29. Juli 2010

CSD in Leipzig unter Beschuss! CDU-Politker fordert: „[...] lassen sie andere mit ihrer Abnormalität in Ruhe“

“Ich leide nicht an Homophobie. Allerdings finde ich es unerträglich, wie Sie Ihre Lebensweise in die Öffentlichkeit tragen”, so der sächsische CDU-Politiker Kai Hähner. “Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen vor Gericht bringt.”

Das sind nur kurze Zitate aus der E-Mail des Christdemokraten mit der er gegenüber dem CSD Leipzig den Vorwurf äußert, dieser wolle mit seiner Werbung für Homosexualität Kinder vom rechten Weg abbringen- sogar mit Klage wird gedroht.  Hähner ist Leiter des CDU-Ortsverbandes in Chemnitz und Bezirksvorsitzender der parteieigenen “Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung” für Vertriebene und Aussiedler. Seine Kritik gilt vor allem der Öffentlichkeitsarbeit der CSD-Organisatoren. Der Auslöser für den Ärger dieses Mannes ist ein Interview eines der Organisatoren im Radiosender MDR. Es heißt in der Mail weiter. “Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe” und “Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zuschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität inzwischen als ´trendy´. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase befinden.”

Dass die Homo-Aktivisten Projekte zur Toleranzförderung in Schulen unterstützen wollten, aber auch die Forderung nach einer Sensibilisierung von jüngeren Kindern – etwa wenn in Kinderbüchern ein Junge von zwei Müttern aufgezogen wird, entsetzte Hähner und letzteres nannte er eine “unerträgliche Unverschämtheit”.

Solche Kommentare sind leider keine Ausnahmen, sondern eher die Regel vor allem in Bereichen jenseits der Metropolen.

“Wir, die lesbisch-schwule Szene, müssen uns immer vor Augen führen, dass er ausspricht, was viele Leute – nicht nur CDU-Mitglieder – denken”, so Matthias Steuckardt, Chef der LSU Ost. Bei allen Parteien – außer bei den Grünen – gebe es noch unterschwellige Vorbehalte gegen Homosexuelle. Dennoch sei er froh, dass “immer mehr Funktionsträger der Unionsparteien anders ticken und unsere Ziel unterstützen.” Er selbst habe Hähner kontaktiert und versucht, ihm in einem “offenen Dialog” seine Sicht der Dinge darzulegen.

War das, was uns Herr Hähner da geliefert hat, etwa der Vorschlag an die schwullesbische Szene, sie solle sich wieder verstecken? Man solle das Thema wieder in die Moralkiste stopfen, auf der fett geschrieben steht: „Darüber redet man nicht.“? Dann lasst uns doch gleich wieder in die 50er Jahre übersiedeln, da warten auch Knickerbocker und die totale Verfügungsgewalt des Ehemannes über seine Frau.

 

Fotos entnommen flickr.com von derteaser und thomasderzweifler

Geschrieben von Gerit am Freitag 23. Juli 2010

Ein Schritt vor und zwei zurück? Europa weiß nicht wohin!

„In welchem Jahrhundert leben diese gewählten Parlamentarier eigentlich?“ fragt sich Michael Cashman, Chef der schwul-lesbischen Intergruppe und britischer Abgeordneter der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament (PASD) (zu dieser Fraktion gehört auch die SPD).

Über wen sich dieser Mann so aufregt? Warum? Die Antwort möchte uns zu ähnlichen Reaktionen aufrufen.

Die Europäischen Volkspartei (EVP) beantragte eine Debatte über den sexuellen Missbrauch von Kindern und machte diese sich zur Bühne der homophoben Entgleisungen. Mehrer Politiker der konservativen Fraktion (zu der auch CDU und CSU gehören) machten Schwule für Kindesmissbrauch verantwortlich. So der litauische EVP-Abgeordnete Vytautas Landsbergis: “homophile Pädophilie” sei das Hauptproblem und Kinder müssten deshalb vor “homosexueller Propaganda” geschützt werden. Die slowakische EVP-Parlamentarierin Anna Záborská stimmte dem zu gern zu und sprach eine Warnung vor den “erwachsenen Männern, die es auf kleine Jungs” abgesehen hätten aus. Dies ist nur eine Fortsetzung einer Reihe ihrer homophoben Äußerungen. So nannte sie Aids eine “göttliche Strafe gegen Homosexuelle”. Die EVP stellt im Europaparlament mit 265 von 736 Abgeordneten im Moment die stärkste Fraktion. Die österreichische Abgeordnete Ulrike Lunacek (Die Grünen) machte sich trotzdem stark: “Wir haben keine Angst vor der hasserfüllten Rhetorik von Leuten wie Landsbergis oder Záborská. Aber diese Leute sollten sich davor fürchten, den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren.”

Der Pädophilie-Vergleich scheint in den letzten Monaten ein Wettbewerb um die erschütternsten und abwegigsten Äußerungen und Ideen geworden zu sein, vor allem seit den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche. Kardinal Tarcisio Bertone, der zweitmächtigste Mann im Vatikan, konnte nicht umhin schwule Priester die Schuld am Kindermissbrauch zu geben und die Piusbruderschaft forderte zugleich ein “Homo-Screening” für den Priesterberuf einzuführen. Kein Grund völlig zu resignieren, denn es scheint noch Hoffnung zu geben.

In England ist der offen schwul lebende Dekan Jeffrey John in die engere Auswahl für die Wahl zum Bischof von Southwark gekommen und dies mit Unterstützung der Anglikaner-Führung und der Politik. Er lebt einem Pfarrer schon lang in einer Partnerschaft zusammen. 2006 gingen beide miteinander die eingetragene Partnerschaft ein. Dafür war John lang umstritten. So hat der Dekan von St. Albans sich bereits 2003 für einen Bischofsposten in Reading beworben, doch musste seine Bewerbung schließlich zurückzuziehen. Diesmal stehen die Chancen durchaus besser, doch Kontroversen bleiben nicht aus. Diese Woche wird die “Crown Nominations Commission” den neuen Bischof von Southwark wählen. Premierminister David Cameron und Königin Elisabeth II. sind die letzten Instanzen, welche der Nominierung für die Staatskirche zustimmen müssen. Laut “Daily Telegraph” ist von dem konservativen Premier Unterstützung für John zu erwarten, nur die Königin sei “in großer Sorge” um die Einheit der Kirche.

 Die Schere zwischen der zunehmenden Gleichberechtigung von homosexuellen Partnerschaften und absoluter Homophobie scheint immer weiter auseinander zu gehen, selbst im sich so einig präsentierenden Europa. Während Island die Ehe öffnet, halten 67% der Serben_innen die gleichgeschlechtliche Liebe für eine Krankheit, 56% für eine Gefahr für die Gesellschaft und 20% befürworten Gewalt gegen Lesben und Schwule.

Die Entwicklung kann nicht vorausgesagt werden.

 

Fotos von flickr.com: loop_oh; law_keven und TPCOM

Geschrieben von Gerit am Dienstag 6. Juli 2010


Paperblog

Geschrieben von Gerit am Donnerstag 1. Juli 2010

„Auf die Größe kommt es an!“

Dieser Slogan hat Erfolg! Die Internetbefragung EMIS mausert sich immer mehr zur größten Studie über schwule Sexualität, die es je gegeben hat. So viele Männer haben noch nie für einen solchen Fragebogen Rede und Antwort gestanden. Drei Wochen nach Veröffentlichung waren es bereits 106.000 Teilnehmer, 40.000 davon aus Deutschland (Stand 25.6.). Insgesamt findet die EMIS-Studie in einunddreißig Ländern Europas statt und kann in insgesamt fünfundzwanzig Sprachen abgerufen werden. So kann auf besonders aussagekräftige Ergebnisse gehofft werden, welche mehr Aufschluss geben über die Sexualität und Gesundheitsprävention im Liebesleben homosexueller Männer. Auch auf den Ländervergleich liegt eine Achtsamkeit, welche uns hoffentlich sagen kann, welche Staaten Schwulen genug Möglichkeiten der Entfaltung und Information geben. Die Fragen richten sich vor allem auf Sexualverhalten, Beziehungen und das Wissen und der Umgang mit sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV.

 Bis zum 31. August kann noch mitgemacht werden, dann warten wir gespannt auf die Ergebnisse.

 Hier der Link für alle interessierten Jungs, Männer, Typen, Kerle, Herren der Schöpfung und Maskulinums:

 https://www.demographix.com/surveys/3Y9Q-VHRX/37XLDP3J/?DEqueerde

 

Fotos: flickr.com by maha-online

Geschrieben von Gerit am Dienstag 29. Juni 2010

Quasi ein Nachtrag…

Die isländische Premierministerin Jóhanna Sigurdardóttir (links im Bild) macht es wahr! Sie und ihre Partnerin, die Schriftstellerin Jónína Leósdóttir (leider nicht im Bild), waren eines der ersten Paare, welche die Öffnung der Ehe nutzen und sich am Wochenende das große Ja-Wort gaben!

Hier wird immer mit gutem Beispiel voran gegangen!

Wir wünschen alles Gute und hoffen, dass die  Hochzeitssträuße noch von vielen lesbischen und schwulen Paaren gefangen wird!

 

Bilder von flickr.com: visiticeland@hotmail.com und laverrue

Geschrieben von Gerit am Montag 28. Juni 2010

Die liebe Mutter Island macht ihren vielfältigen Töchtern und Söhnen ein großes Geschenk!

Island durchläuft zurzeit einen Trend, der die schwullesbische Community freuen sollte.

Erst wurde die offen lesbisch lebende Jóhanna Sigurðardóttir im vergangenen Jahr zur isländischen Premierministerin gewählt (die erste Staatschefin, welche in einer gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt), nun haben die 49 Abgeordneten des isländischen Parlaments die Öffnung der Ehe für Homosexuelle beschlossen. Lediglich vierzehn Enthaltungen blieben, doch keinerlei Gegenstimmen- das heißt, es ist ein einstimmiger Beschluss. Somit wird der gesetzlichen Definition von Ehe der Zusatz „Mann und Mann“ sowie „Frau und Frau“ hinzugefügt. Nach der als gesichert geltenden Unterzeichnung des Gesetzes durch den Präsidenten Ólafur Ragnar Grímsson ist es rechtkräftig. Island ist somit das neunte Land der Welt, das die Ehe für Homosexuelle öffnete und das siebte in Europa. Das neue Gesetz erlaubt Lesben und Schwulen auch in der lutherischen Staatskirche zu heiraten, allerdings liegt die Umsetzung in der Entscheidungsgewalt des jeweiligen Pfarrers.

 Im Bezug auf die Gleichberechtigung Homosexueller ist das kleine Land Island (lediglich 320.000 Einwohner) doch ein ganz großes. Bereits 1940 wurde Homosexualität legalisiert und die eingetragene Lebenspartnerschaft existiert seit 1996. Im gleichen Jahr wurde auch die Stiefkindadoption für verpartnerte Paare möglich. Seit dem 27. Juni 2006 können diese auch nichtleibliche Kinder adoptieren. Auch der Weg zur Insemination öffnete sich für lesbische Paare und Frauen.

Die große Mehrheit der Bevölkerung steht gleichgeschlechtlichen Paaren offen gegenüber und unterstützt den Prozess der Gleichberechtigung.

 Während sich in Deutschland weiter mehr oder minder intensiv politisch gestritten wird, wie viele Rechte die Eingetragene Lebenspartnerschaft im Vergleich zur Ehe noch zugestanden werden sollen, geht Island einen Schritt, der nur begrüßt werden kann. Die Eingetragene Lebenspartnerschaft war im Übrigen schon vorher der Ehe gesetzlich weitestgehend gleichgestellt, sodass die jetzige Öffnung rein symbolisch verstanden werden kann. Doch klingt „Willst du mich heiraten?“ nicht einfach besser als „Willst du mit mir eine Lebenspartnerschaft eintragen?“. Könnten die Isländer_innen doch mehr von dem als von Aschewolken zu uns schicken.

Dresden entsendet einen herzlichen Glückwunsch!

Fotos von flickr.com: Socialdemokrater; cmaderthaner; nasa1fan/MSFC

Geschrieben von Gerit am Mittwoch 16. Juni 2010

KULTUR, BILDUNG, SOZIALES sind MEHR WERT!

Demonstration „Soziales ist Mehrwert“ – wer heute kürzt zahlt morgen drauf

am 16.06.2010

Treffpunkt: 15 Uhr, Carolaplatz

 Milliarden Euro kürzen, zehntausende Stellen streichen – die Staatsregierung plant bei Kitas, Schulen, Hochschulen, im Jugend- und Sozialbereich, Kultur und bei der Polizei die massivsten einschnitte seit 20 Jahren.

Dagegen müssen wir uns gemeinsam wehren!

 Auf einen Schlag sollen 1,7 Milliarden Euro gekürzt werden, 17.000 Stellen sollen abgebaut werden. Damit setzt sich die Zukunft und die Bildung von hunderttausenden Kindern, Schüler_innen, Studierenden, Jugendlichen und Benachteiligten aufs Spiel. Ihre Chancen sind mehr wert!

 Die Staatsregierung gefährdet die Arbeit von zehntausenden Erzieher_innen, Lehrer_innen und Polizist_innen sowie die Existenz von Wissenschaftler_innen, Sozialarbeiter_innen, Kulturschaffenden und allen Beschäftigten der betroffenen Einrichtungen. Ihre Arbeit ist mehr wert!

 Für diese kurzfristigen Einsparungen müssen wir alle doppelt draufzahlen. Denn hier sparen, bedeutet für die Zukunft weniger Bildung, weniger Sozialarbeit, weniger Kultur aber mehr Arbeitslosigkeit, mehr Kriminalität und mehr Rechtsextremismus.

 Doch diese Kürzungen sind nicht unumgänglich! Wir sind mehr wert! Wer heute kürzt, zahlt morgen drauf!

 Wir fordern:

-        Alle Kürzungen in Bildung, Sozialem, Kultur im laufenden Haushaltsjahr 2010 zurückzunehmen!

-        Keine Mittelkürzungen und Stellenstreichungen bei Bildung, Jugend, Soziales und Kultur im Landeshaushalt 2011/2012!

-        Kitas, Schulen, Hochschulen, Studentenwerke sowie

Jugend-, Sozial- und Kultureinrichtungen angemessen ausstatten!

www.mehr-wert-sachsen.de

Geschrieben von Gerit am Dienstag 8. Juni 2010

Neuer Name – Neue Ansichten?

Genesungswünsche angekommen, möchte man meinen.

Kristina Schröder, CDU, Bundesfamilienministerin Deutschlands, hat anlässlich der „Respect Gaymes“ zum Kampf gegen Vorurteile über Schwule und Lesben aufgerufen. Sie erklärte dem „Tagesspiegel“ ihr Ziel sei es, “dass Homosexuelle zu jeder Zeit und an jedem Ort zu ihrer Sexualität stehen können – ohne Angst vor abfälligen Blicken, Beleidigungen oder gar körperlichen Übergriffen” Leider gebe es “immer noch viele Vorurteile gegenüber Lesben und Schwulen – auch im Sport [...] Auch unter Migranten ist Homophobie ein verbreitetes Problem”.

 

Von was genesen? Man lese hier: Kristina Köhler trällert munter ihr “We are Family”

Kristina Schröder (damals noch Köhler) sprach sich schon gegen ein Adoptions-Recht für Homo-Paare aus, da dies “einen Mangel für Kinder” bedeuten könnte. Das Kindeswohl stehe immer an erster Stelle. “Deshalb haben wir die Stiefkindadoption durch Homosexuelle zugelassen, weil diese Kinder ohnehin schon bei homosexuellen Paaren leben und es dann aus der Sicht des Kindeswohls zu begrüßen ist, wenn der andere Partner Verantwortung übernehmen will.” Und das allgemeine Adoptionsrecht? Da stelle sich “die entwicklungspsychologische Frage, inwiefern das Fehlen von Verschiedengeschlechtlichkeit einen Mangel für Kinder darstellt”.

Wenn für das Kind einschränkend, wieso dann kleines Adoptionsrecht? Zum einen kommen diese Kinde zumeist aus einer heterosexuellen Beziehung heraus, zum anderen, welche Argumente sollen dann Schwule und Lesben unfähig machen, Kinder von Anfang an gesund großzuziehen? Wieso muss eine Bezugsperson des jeweils anderen Geschlechts immer ein Elternteil sein? Welche Studie sagt, dass das heutige „normale“ Kind bei Mutter und Vater aufwächst? Die so konventionelle Familie (Mutter- Vater- Kind) will ich um Gottes Willen nicht als Auslaufmodell bezeichnen, aber als Institution, die in den letzten Jahrzehnten immer mehr Variationen erfahren hat, welche sich immer mehr verbreiten und treffliche junge Menschen in die Welt entlassen können.

 

Sicher ist zu loben, dass die Ministerin nichtheterosexuell lebenden Menschen ein gefahrloses Zu-sich-selbst-stehen ermöglichen will, aber zu Toleranz und vor allem Akzeptanz gehört noch ein bisschen mehr als das. Der weite Pool von Vorurteilen beinhaltet nicht nur, dass Homosexualität gegen die Natur geschehe, eklig wäre, Schwule mehr auf ihr Äußeres achten würden und Lesben keine Röcke im Schrank hätten, sondern auch, dass homosexuelle Paare keine Umgebung bieten könnten um ein Kind gesund aufwachsen zu lassen. Der von Frau Köhler gewünschte Kampf sollte schon gegen alle Vorurteile aufgenommen werden!

Nennen wir es Teilgenesung.

 

Fotos von flickr. com: Frank Hamm und Haltungsturner

Geschrieben von Gerit am Freitag 4. Juni 2010

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